Wie der geneigte Leser mittlerweile weiß, bin ich überhaupt nicht neugierig. Ich gehe nur gerne bestimmten Dingen auf den Grund.
Nur so ist es zu erklären, dass ich mich zu einer Vorführung von Miele-Geräten im Zuge eines Kochkurses angemeldet habe. Auslöser meines, natürlich rein wissenschaftlichen Interesses waren schriftliche Äußerungen zweier Bloggerinnen. Später kam noch eine dritte Fachfrau hinzu. Bei den erstgenannten Koryphäen im Bereich des Koch-und Backhandwerks handelte es sich um Ulrike Küchenlatein und Miriam Chaosqueen. Beide Damen hatten vor einiger Zeit eine Anschaffung getätigt, die es ihnen seitdem ermöglicht, Koch- und Backgut in einer zuvor niemals erreichten Qualität herzustellen. Die dritte Dame kriejen mer später.
In Lübeck landete ein Miele H 5681 BP, während Kiel mit einem H 5361 B aufwartete. In Lübeck munkelte man sogar, dass der Neue dem dort ebenfalls vorhandenen Manz-Ofen gefährlich werden könne.
Diese Aussage und die Lobgesänge auf die Neuerwerbungen brachten meinen Forscherdrang auf Hochtouren. Glücklicherweise haben wir eine Miele-Zweigniederlassung nur 5 km vom Wohnort entfernt. Was lag also näher, als die Wunderöfen intensiv unter die Lupe zu nehmen?
Am 13.01. war es soweit, ich nahm, natürlich ausschließlich zu Forschungszwecken, an einem Miele-Kocherlebnis teil. Um 11.00 Uhr ging es los, um 17.00 Uhr war die Evaluation abgeschlossen und ich hatte mich im Verlauf dieser Fortbildung tief in die Materie des Miele'schen Kochuniversums eingearbeitet:
Herde, Öfen, Dampfgarer, Combi-Dampfgarer und deren bestimmungsgemäße Verwendung.
Eine nette und kompetente Dame, übrigens auch eine Frau L., weihte die ElevInnen ein in die Geheimnisse des Kochens und Backens mit Mielegeräten. Wir wurden gleich aufs Angenehmste empfangen, dabei hatte ich doch mit Arbeit gerechnet. Die hielt sich während des gesamten Praktikums in sehr engen Grenzen.
Ein schön gedeckter Tisch mit einer großen Anzahl von Weingläsern sowie der Begrüßungssekt ließen meine Laune schon zu Anfang einem ersten Höhepunkt entgegentorkeln. Auch die Fleißarbeit Frau L.s kann hier nicht ausufernd genug gewürdigt werden.
Mise en place in Reinform - es war so gut wie alles akribisch vorbereitet und an mehreren Kochplätzen tummelten sich Lebensmittel in Hülle und Fülle. Morgendlicher Eisregen hatte dazu geführt, dass statt 15 angemeldeter Seminarteilnehmer nur neun erschienen waren. Parole? "Schlaraffenland"!
Während des Seminars habe ich mich ausschließlich der Lehre hingegeben und mein ganzes Sein auf Lernen eingestellt. Deshalb sind vom Anlass selber keine Fotos vorhanden. Allerdings habe ich, natürlich nur zu Übungszwecken und um das Gelernte zu festigen, die meisten Gerichte nachgekocht (allerdings ohne Mielegeräte). Die Dokumente in Form von Fotografien sind also nicht am Originalschauplatz entstanden.
Das Pensum des Seminartages las sich so:
- Broccolicremesuppe mit Olivenbrot
- Lachs mit Möhrenstreifen und Couscous
- Zitronenhuhn mit lauwarmem Gemüsesalat und Käse-Soufflé
- Schwäbischer Apfelkuchen
Mit einer Miele-Schürze versehen machten wir uns frisch ans Werk. Frau L. kochte und wir guckten zu. Nur kleinere Handreichungen wurden von den Teilnehmern erledigt. Alle Geräte wurden vorgestellt und ich kann mich den beiden Damen nur anschließen. Die Öfen sind wirklich eine Wucht. Ganz großes Kino und mit Ergebnissen bei der Speisenzubereitung, die (fast) unschlagbar sind.
Völlig neue Dimensionen taten sich auf, als die Dampfgarer an die Reihe kamen. Über diese Helferlein hatte ich noch nie nachgedacht und ein Gebrauch stand nie zur Debatte. Vor allem der Combi-Dampfgarer, der keine Ober- und Unterhitze hat und auch nicht über eine Grillfunktion verfügt, ansonsten aber dampfgart und Funktionen eines Backofens besitzt, erweckte intensives Interesse mit spannenden Möglichkeiten zur Feldforschung.
Mehrere Cappuccini (?), Weißwein, Rotwein und Kaltgetränke später war der Tag leider schon vorbei. Ging schnell, ich hatte mir die reine Lehre irgendwie viel trockener vorgestellt. Die zubereiteten Gerichte wurden an großer Tafel mit netten Mitlernenden verspeist, ein Rezeptordner sowie die Schürze gingen in den Besitz des Wissensdurstigen über und munter verabschiedete man sich voneinander.
Auf dem Weg nach Hause und auch in den nächsten Tagen dachte ich viel über das Gelernte nach und auch darüber, wie ich der Wissenschaft weiter dienen könne. Zu dumm, wenn das erworbene Wissen und die sich damit auftuenden Möglichkeiten der Forschung hier ein abruptes Ende nehmen sollten.
Mein Mann und ich kamen also auf eine selbstlose Idee. Zugegeben, der Weg zum Ziel ist steinig und mit vielen, vielen Mahlzeiten gepflastert. Aber wahre Hingabe erfordert Opfer, die wir bereit sind, zu bringen.
Auszug aus dem Vertragstext:
"Da sich Kiel und Lübeck bereits auf dem Gebiet der Miele-Einbau-Backofen-Forschung einen Namen gemacht habe, erklären sich Frau und Herr Schnuppschnüss bereit, Versuche auf dem Gebiet des Combi-Dampfgarens vorzunehmen. Diese werden über einen unbestimmten Zeitraum in lockerer Reihenfolge ausgeführt, dokumentiert und veröffentlicht. Fotografisch werden die Ergebnisse ebenfalls festgehalten und einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Kosten des Verfahrens tragen die Forschenden. Frau Schnuppschnüss ist für die Entwicklung und Ausführung der Tests zuständig, Herr Schnuppschnüss erklärt sich bereit, gemeinsam mit der Entwicklerin abschließende Kontrollen vorzunehmen. Nach erfolgter Dokumentation müssen die Ergebnisse vernichtet werden. Über die Art und Weise der Vernichtung wird noch zu verhandeln sein, orales Vorgehen scheint hier sinnvoll."
Gedankenstütze für spätere, ausführliche Dokumentation:
- das Olivenbrot hat mir nicht geschmeckt
- der Apfelkuchen hat mir bei Miele nicht sooo toll geschmeckt. Beim Nachbacken Zuhause waren die Äpfel viel zu hart
- der Rest war sehr gut
- vor allem das Soufflé in Verbindung mit der Zitronensauce und dem Salat war himmlisch
- mein Soufflé ist nicht zusammengefallen
- die Ergebnisse des Kochens Daheim waren mit denen im Kurs schon zu vergleichen. Aber nur fast
- Kochen mit dem Dampfgarer bzw. Combi-Dampfgarer hat mich sehr fasziniert
- 25 Euro für dieses Erlebnis sind gut investiert
- Rezepte der Gerichte veröffentlichen
- Testbericht, Manz vs. Miele, veröffentlichen
- bardiertes Putenbrustfilet von gestern einem interessierten Publikum vorstellen
- über den Umbau des Küchenlabors und die Anschaffung des Testgerätes schreiben
Und hier geht es zu Teil 2













