Guten Tag, liebe Leser, ihr treuen Gesellen. Wie ihr sicher schon bemerkt habt (Loriot würde jetzt sagen: "Ach!"), herrschte seit geraumer Zeit Ebbe im Hochzeitstorten- land. Ich entschuldige mich hiermit ausdrücklich - auch im Namen meiner Eltern - für etwaige Pein, die ich bereitet habe und sach mal so: Ich kann das erklären. Wie wär's damit?

Das sind Mitbringsel aus unserem Frankreich-Urlaub in der Drôme. Des weiteren: Backformen, Keramik, Gläser, Wein, Käse, Salami,
violetter Knoblauch, Mehl, viel mehr Oliven, Trauben und - man glaubt es kaum - 4 Pakete Bratwurst, die so schrecklich lecker war, dass wir nicht widerstehen konnten - sowas wie Bratwurst ist hier ja nirgends zu bekommen, oder? Und einen Hund.
Zwei Wochen verbrachten wir bei Micha und Fried, die an der Schwelle zur Provence drei Ferienwohnungen vermieten und eines ist jetzt schon Fakt: beim nächsten Mal reisen wir mit Anhänger und neuem Auto an. Hin ist kein Problem. Da hatten wir quasi (na ja - sieht man mal ab von einer Kiste voller Kochbücher, dem Kaffeevollautoma- ten, Strickzeug..... 10 Minuten später.... ) also quasi nur die Oma Buchholtz Torte mit.
Aber ein Kombi ist eindeutig zu klein für die ganzen guten Dinge, die mit nach Deutschland wollen und unser 11 Jahre alter Toyota schnaufte ganz schön in den Serpentinen. Zurück, im Regen, schwamm er bei Tempo 130 derart, dass ich sehr vorsichtig und deutlich langsamer (128 km/h) fahren musste.

Micha dürfte einigen Lesern als fleißige Brotbäckerin bekannt sein, die sich in diversen Backforen einen Namen gemacht hat. Übrigens ist sie jetzt auch vom Blogvirus befallen, was aber nichts mit unserem Aufenthalt dort zu tun hat oder mit dem Urlaub von Chaosqueen und ketex, die lustigerweise vor uns ebenfalls dort zu Besuch waren. Übrigens auch ein Eichhörnchen, das morgens ab und an gesichtet wurde.
Jedenfalls hat Micha von Steph das Angebot erhalten, sonntags den Kleinen Kuriositätenladen unsicher zu machen. Morgen ist es erstmals soweit, wenn ihr genug gebetet habt, dann schaut doch einfach DORT mal rein. Natürlich nicht nur sonntags, versteht sich.
Wo war ich? Der Urlaub. Also, es war einfach ein Traum, der morgens nach dem Aufwachen noch andauerte, wenn man mit einem Kaffee - im Morgenrock - auf der Terrasse saß und dem Sonnenaufgang zuschaute.

Ich kann euch verraten, dass ich jetzt auch weiß, wo die Regenbögen gemacht werden. Unterhalb unserer Veranda gab es nämlich eine Fabrik, die fleißig zu Gange war während unseres Aufenthalts:
Es war ein sehr erholsamer Urlaub. Kein Fernseher, kein Radio, kein Internet, keine Zeitung, absolute Stille und der nächste Laden war nur mit dem Auto zu erreichen. Und steile Straßen gab es da...

Immerhin haben wir es geschafft, das ein oder andere Leckerchen an Land zu ziehen - was nach der Bewältigung obiger Pflaster ja auch unbedingt angeraten ist, will man nicht durchscheinend wie Papier und abgemagert nach Hause fahren:
Baisers, die wie große Picodons aussahen (wobei mir das Gebäck deutlich besser geschmeckt hat als das Original):
Verschiedene Backwaren, vor allem das Nussbrot hervorragend gelungen:
Sehr mächtige Schokotörtchen:
Monsieur Cochet hatte zum Glück Mittagspause, als wir ihn besuchten. So konnte ich den Abdruck meiner Nasenspitze (was macht eigentlich Peppinella?) auf die Scheiben drücken, geriet aber nicht in Versuchung, den ganzen Laden leerzukaufen. Jedenfalls sah die Auslage so aus, als wäre das problemlos möglich. Also, jetzt nicht pekuniär betrachtet, sondern eher aus einem Urtrieb heraus. Sein Emblem (das von Herrn Cochet, nicht vom Urtrieb), das ihn als einen Meister der Konditorenkunst ausweist, bescheiden in der Nebengasse am Geschäftshaus angebracht, habe ich ehrfürchtig gebannt:

Wir sind viel gewandert, haben aber auch Zeit gehabt, ein Buch zu lesen, zu stricken (also ich) und unserem Hobby, dem Geocaching nachzugehen. So haben wir es geschafft, in den 14 Tagen die Umgebung unseres Urlaubsortes im Umkreis von 10 km leerzucachen.
Sage und schreibe VIER!!! Funde waren dafür nötig - drei haben wir noch weiter weg gesucht und sind mit einer Ausbeute von sieben Schätzen wieder nach Hause gefahren. Zum Vergleich, im Umkreis von 10 km rund um Wöllstadt, meinem Wohnort, sind 100 Caches versteckt. Ein FTF war sogar dabei, in gestochen scharfer Handschrift dokumentiert, juhu!!!
Ihr könnt euch jetzt vielleicht vorstellen, wie ruhig und einsam es dort war. Bei Langeweile habe ich mich als Hilfsimkerin versucht,

eine einmalige Angelegenheit, die in dem Moment vorbei war, als es ernst wurde und ich dieses Schild sah:
Die Märkte waren wunderschön, allerdings war ich nicht so versessen darauf, stundenlang durch die Gegend zu kutschieren, um sie zu erreichen. Da sind wir lieber gelaufen. Aber das Flair auf den Plätzen ist schon anders als hier:
Nicht nur die Franzosen waren überaus freundlich und zuvorkommend, auch unsere Gastgeber waren sehr lieb. Sie haben uns verwöhnt mit Blumen, Feigen, Konfitüre, Tartes, Büchern, tollen Desserts (Beerentarte, Lavendeleis, Erdbeereis) beim Grillnachmittag
Brot, Tipps, Gesprächen - nicht nur über's Bloggen - und wir Stadtkinder mit Wohnsitz im Hinterland wurden konfrontiert mit einer anderen Art zu leben, die wir in überschaubarem, zeitlichem Rahmen schätzen lernten, die dauerhaft jedoch nicht in Frage käme. Ist schon sehr einsam dort oben. Und überwältigend schön.
Mit der Wahl unseres Reiseortes haben wir einen jedenfalls Glücksgriff getan, da haben nicht nur wir Schwein gehabt!
Ach so, der Hund. Unterwegs auf unseren Tippeltouren sahen wir ab und an solche Schilder:
Wir fragten uns, wie diese Hunde wohl aussehen und ob sie wirklich so vernünftig sind, uns nicht mit einem Wolf oder Luchs zu verwechseln. Die Hütehunde bekamen wir nicht zu sehen. Wohl aber Gaston.
Ich habe mich sofort in das Knuddelviech verliebt, wollte ihn unbedingt haben und die Besitzerin (die Imkerin von der "Miellerie des Chardons Bleus") war so nett, ihn mir gegen eine kleine Geldzahlung zu überlassen. Schließlich hatte sie bis dahin ja auch Arbeit mit ihm gehabt.
Das Tier ist absolut ruhig, sehr genügsam und hat auch im Wagen auf der langen Fahrt keinerlei Probleme verursacht. Was mich an dem Hund besonders faszinierte, war neben dem Namen dessen frappierende Ähnlichkeit mit Miss Marple. Ich musste ihn einfach mitnehmen.
Voilá, Gaston: