Damit ich nicht die Teilnahme am eigenen Event verpasse, hier mein Beitrag. Wie so oft nicht wirklich kurz. Und ich hätte noch viel mehr schreiben können:
Als dieses Foto im Berchtesgadener Land gemacht wurde, war ich zweieinhalb Jahre alt.
Ein Jahr später. Oma und Opa waren mit mir unterwegs, irgendwo wurde "eingekehrt" und ich stand dort, in dieser Gaststätte, auf dem Tisch, sang vor staunendem Publikum "Geh'n sie aus, vom Stadtpark die Laternen" und antwortete auf die Frage des entbegeisterten Wirtes, was ich trinken wolle, mit lispelndem Stimmchen "Bitte einen Dujardin!".
Diese Anekdote wird in unserer Familie bis heute erzählt und bis heute hat sich eine gewisse Affinität zu scharfen alkoholischen Getränken gehalten. Wenn mir einer ein Likörchen anbietet, womöglich noch so ein Sahnezeug, dann "Bitte einen Dujardin!".
Im Laufe der Jahre entwickelte ich eine Leidenschaft für das Essen, wohingegen das Interesse für Branntwein stark abnahm und zeitweise nur noch rudimentär vorhanden war. Ab und an durfte ich bei einem Hausbewohner die kleine rote Kappe vom Underberg austrinken - vielleicht bin ich deshalb nicht wirklich gewachsen.
Ich hatte (und habe immer noch) drei Schwestern und meine Eltern mussten hart arbeiten, um uns Kinder über die Runden zu bringen. Als erstes Enkelchen war ich oft bei Oma und Opa und wurde von Oma nach Strich und Faden verwöhnt. Ich durfte alles, musste nix tun und wenn samstags Daktari vs Sportschau im TV lief, dann guckte ich Daktari, das stand wohl fest.
Um mich möglichst wenig bewegen zu müssen, habe ich viel gelesen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich einmal im Sessel der Großeltern saß, Beine über die Armlehne geschwungen, neben mir eine Tüte Chips und Tränen über "Die Feuerzangenbowle" lachte. Mein Opa kam kopfschüttelnd herein und meinte: "Isch kann nitt verstonn, wie ene Minsch övver e Book so laache kann."
Sonntags ging es nach dem Mittagessen und Kaffee, also am Spätnachmittag, hinaus ins Grüne. Meine Großeltern betrieben ein großes Bekleidungsgeschäft mit Änderungsschneiderei und nur sonntags hatten sie frei. Man ging spazieren, einmal Schloss Rheydt, am Weiher entlang, von dort aus dann per Auto nach Rheindahlen, ins "Hauptquartier", wo die Engländer stationiert waren und sind. Die betrieben dort eine Art Kantine, die "Oase", die von allen Bürgern genutzt werden konnte. Legendär die riesigen Bockwürste. Keine Ahnung, ob Pommes dabei waren. Schließlich gab ich mich mit diesen Bockwürsten nicht ab. Ich wollte (und ich war zu dieser Zeit noch in der Grundschule) Zigeunerschnitzel. Mein Opa bekam jedesmal einen Anfall und ich auch. Ich ging ja nur spazieren, weil es danach etwas zu essen gab. Und was ich essen würde, das war klar. Meine Oma seufzte und bestellte sich eine Wurst, ich bekam mein Zigeunerschnitzel. Gegen Bockwurst hatte ich jahrelang eine tiefe Abneigung. Schon beim Geruch wurde mir schlecht. Das hat sich zum Glück vollkommen ausgewachsen!
Es verwundert wohl nicht, dass ich ein dickes Kind wurde. Ein sehr dickes Kind und das fanden andere Kinder äußerst erwähnenswert. Blaubeuren, in der Jugendherberge, drei Wochen Ferienlager, es war einfach grauenhaft. Und dann das Essen... dieser Tee - ich trinke heute noch keinen Früchtetee oder Hagebuttentee.
Dann gab es noch Fahrten, wieder mit Oma und Opa, ins Ferienhaus in die Eifel. Aldi hatte damals einen Quarkstollen im Sortiment, mit Rosinen verbacken und mit Puderzucker bestreut. Der wurde gekauft und dann, in der Eifel, aufgeschnitten und mit "guter" Butter beschmiert. Herrlich war das. Dann die Abende, wenn wieder "eingekehrt" wurde und es "Strammer Max" gab, auf riesigen Tellern mit riesigen Brotscheiben und Ei und Schinken und Gurke - ich war im siebten Himmel.
Später, als ich älter wurde, machte ich Diäten. Ich glaube, es gibt keine Diät, die ich nicht ausprobiert habe. Ein Autounfall mit mehrwöchigem Krankenhausaufenthalt ließ mich Gewicht verlieren und nicht zu knapp. Sweet sixteen und plötzlich schlank - wenn das nicht toll war!!!!!!! So gaaaaaaaaaanz dick bin ich die nächsten Jahre nicht mehr geworden. Vielleicht, weil ich aktiver wurde und in der Weltgeschichte herumtingelte
Kochen war damals eine verhasste Tätigkeit. Ich zog lieber Hüte an - wie hier in London - und rauchte Zigaretten - mehr verrate ich nicht.
Auch in den folgenden Jahren aß ich gerne, hatte aber weiterhin ein gestörtes Verhältnis zum Kochvorgang. Einzige Bedingung, die ich meinem Mann vor 16 Jahren stellte, bevor ich bei meinen Schwiegereltern um dessen Hand anhielt, war die, dass ich niemals kochen muss. Er ging darauf ein und das Ding war geschaukelt. Ich weiß nicht, ob er sich so sicher gewesen wäre, wenn ich ihm vor der Hochzeit mein Führerscheinfoto gezeigt hätte:
Doch zurück zu Kindertagen:
Gerne gegessen habe ich also immer. Kuchen, Herzhaftes, Fettes, alles mein und möglichst ungesund. Zu fett, zu süß, zu viel. Rohe Tomaten konnte ich nicht essen, auch keine Avocados. Aber sonst gab es keine Grenzen. Sport? Bewegung? Bitte nicht! Lieber ein Buch lesen. Oder zwei. Damals kostete ein Teilchen 0,60 DM - meine Freundin, ein Metzgerskind, und ich kauften uns gleich eine Tüte mit 10 Stück und aßen sie alle auf....
Bei Herzeleid oder wenn ich krank war oder wenn ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, dann fragte meine Mutter immer: "Was möchtest Du denn haben, damit es Dir wieder besser geht?" Und ich antwortete jedesmal: "Einen Goldhamster!".
Den bekam ich auch einmal, aber lange hat er nicht durchgehalten. Meine Mutter dachte wohl eher an ein Spielzeug oder etwas zum Anziehen. Ich aber wollte so gerne einen neuen Goldhamster... Als ich merkte, dass es keinen zweiten Goldhamster geben würde, besann ich mich auf Naheliegendes und antwortete: "Eisbein mit Sauerkraut aus dem Römertopf und Kartoffelpüree!" Das war das beste - knusprige Haut, glibberiges Fett darunter, fettiges Sauerkraut und alles von einer eher musartigen Konsistenz. Dazu Mamas leckeren Kartoffelbrei. Sensationell. Das bekam ich dann zubereitet und ich genas umgehend nach dem Verzehr.
Mein Beitrag zu diesem Event ist also dieses Eisbein.

Wie vielen Teilnehmern erging es auch mir. Es schmeckte nicht mehr so wie bei Mama. Das Fleisch war zart, die Haut war knusprig, das Sauerkraut fettig und weich, das Kartoffelpüree auch nicht schlecht, aber.... nicht wie bei Mama. Und dabei habe ich sogar heroisch auf Manzfred verzichtet bei der Zubereitung, damit alles möglichst authentisch ist. Das war das erste und das letzte Mal, dass ich dieses Gericht zubereitet habe. Falls Mama es mir noch mal kocht, dann esse ich es gerne. Vielleicht war ich auch einfach nicht traurig oder krank genug.
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REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: |
Eisbein mit Sauerkraut im Römertopf |
| Kategorien: |
Kindheitsessen, Eisbein, Sauerkraut, Römertopf |
| Menge: |
2 Personen |
Zutaten
| 2 |
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Eisbeine, gepökelt |
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Curry |
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Paprika, edelsüß |
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Pfeffer |
| 850 |
Gramm |
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Sauerkraut (Dose) |
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Butterschmalz |
| 2 |
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Zwiebeln, mittelgroß |
| 100 |
Gramm |
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Speck, durchwachsen, geräuchert |
| 100 |
ml |
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Brühe (aus 1 TL gekörnter Brühe und Wasser) |
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Pfeffer |
Quelle
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Erfasst *RK* 09.08.2008 von |
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Jutta Hanke |
Zubereitung
Römertopf wässern.
Butterschmalz in einem Kochtopf erhitzen, Speck zufügen, bei Mittelhitze auslassen. Zwiebeln schälen, in halbe, dünne Ringe schneiden, zufügen und anschwitzen. Topf von der Kochstelle nehmen, Sauerkraut zufügen, pfeffern, alles gut vermischen und auf den Boden des Römertopfs geben. Brühe angießen.
Eisbeine waschen, trockentupfen und mit Pfeffer, Curry und Paprika einreiben. Auf das Sauerkraut legen und in den kalten Ofen schieben.
Bei 200° C, Ober- und Unterhitze, ca. 2,5 Stunden garen. Deckel abheben und weitere 30 Minuten knusprig braten.
Dazu Kartoffelpüree.
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Dieses Dessert, ein Highlight jeder festlichen Tafel, hätte ich noch gerne als Begleitung zubereitet, aber mir fehlte die Sahne. Demnächst dann...

PS: Barbara möchte wissen, wie Schnuppschnüss zum Kochen und Backen kam. Dieses Schmankerl, hervorgezaubert aus der virtuellen Küchen-Schublade mit der Aufschrift " Enthüllungs-Bloggen", wird zu lesen sein am 26.05.2009 - man liest sich!
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