Bäcker Süpkes DDR-Brötchen avancieren allmählich zum unbedingten MUSS, wenn man in der Riege der fleißigen, dem Neuen aufgeschlossenen BäckerInnen eingereiht bleiben möchte. Alles, was Rang und Namen hat, hat sich an diesen kleinen Meisterwerken versucht und die Bewunderung für jene Kleinode des Bäckerhandwerks war grenzenlos. Neben Bäcker Süpke hatten auch Ulrike, Eva und Petra wunderhübsche Exemplare hergestellt und ich wollte es ihnen gleichtun.
Das Rezept schien keine übermäßig große Herausforderung darzustellen, und der Zeitdruck, unter dem der Teig hergestellt wurde, war auch nicht größer als zu anderen Gelegenheiten.
Schon die Teigkonsistenz ließ zu wünschen übrig. Nach dem ersten Gehen hatte sich im Prinzip nichts getan. Kühlschrank zu kalt?
Brav wurde der Teig bearbeitet, nochmals gehen lassen und wieder... irgendwie schien mir, dass sich das Volumen kaum vergrößert hatte.
Nun ja, ich schliff brav die Teiglinge in eine wunderschön runde Form, nach 15 Minuten, in denen sich meiner Ansicht nach wieder keine Regung zeigte, wurden die Teiglinge eingedrückt und nach weiteren 15 Minuten die Brötchen, platt wie die Flundern, in den Ofen geschoben.
Gespannt wartete ich auf den immensen Ofentrieb, der meine kleinen Lieblinge in ungeahnte Höhen treiben sollte. Öhhhm, nun ja, nach 20 Minuten Backzeit sahen die Brötchen so aus:

Verzweifelung machte sich breit - wieso hatte dieses Rezept nicht hingehauen?
Abends, beim gemeinsamen Spülen, kam es dem lieben Herrn S. zu den Ohren raus: "Kann ich nicht verstehen!!! Wieso bei mir???? Hab doch alles so gemacht wie im Rezept!!! Alles war drin: Mehl, Wasser, Salz, Zucker, Hefe.........Hefe!...........Hefe?...........Hefe?????????????????????"
ICH HATTE DIE HEFE VERGESSENWie kann man nur so blöd sein? Dass man Hefe vergisst, mag ja noch angehen, aber dass der Flunderteig dann auch noch gebacken wird....... oh nee!
Heute dann der neue Versuch:
Die Teiglinge sahen schon mal nicht schlecht aus,
und nach dem Backen kannte die Freude keine Grenzen:
Wirklich wunderbare Brötchen (so schöne habe ich zuvor noch nicht hinbekommen), außen knusprig, innen fluffig, ganz ganz toll. Habe sofort meine Diät unterbrochen und zwei hintereinander weggefuttert:

Danke, Bäcker Süpke!
PS: Habe mich genau an das Rezept gehalten, Mehl, Wasser, Salz, HEFE und 5 g Zucker. Teig im Kühlschrank gehen lassen, die geschliffenen Brötchen bei Zimmertemperatur. Unbedingt nachmachen, diese Ostschrippen!
06.08.2008: Nachtrag für Houdini und andere Interessierte!
Die Brötchen habe ich mit Brötchendrückern verziert.
Ich habe sie hier gekauft und fand sie schweineteuer. Aber da ich sie häufig benutze, hat sich die Anschaffung schon gelohnt.
Das Rezept für die Brötchen, wie ich sie gebacken habe, geht so:
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: |
DDR Brötchen |
| Kategorien: |
Weizenbrötchen |
| Menge: |
10 Stück |
Zutaten
| 500 | Gramm | | Weizenmehl, Type 550 |
| 325 | ml | | Wasser |
| 10 | Gramm | | Salz |
| 15 | Gramm | | Hefe |
| 1 | Teel. | | Zucker, klein (ca. 3 Gramm) |
Quelle
| | Rezept modifiziert und Anleitung gekürzt durch Jutta |
| | Hanke. |
| | Original: nach Blog von Bäcker Süpke |
| | http://baeckersuepke.wordpress.com/2008/03/27/ddr- |
| | brotchen-rezept/ |
| | Erfasst *RK* 17.07.2008 von |
| | Eva Ohrem |
Zubereitung
Alle Zutaten ordentlich miteinander verkneten. Den Teig dabei schön auskneten (ca. 10 Minuten, Kenwood, Stufe 2). Dann abgedeckt 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Nochmals zusammenschlagen. Wieder die gleich Zeit ruhen lassen. Der Teig muss dabei langsam gehen. Steht er zu warm, dann geht er zu schnell!
Manzfred auf 230° vorheizen.
Gewünschte Größe abstechen (ca 80g). Brötchen rund schleifen. Auf ein Lochblech mit aufgelegter Silpain-Matte geben. Bei Zimmertemperatur gehen lassen bis zur gewünschten Größe - insgesamt ca. 30 Minuten. Nach 15 Minuten mit einem gut bemehlten Brötchendrücker eindrücken und Brötchen leicht bemehlen.
20 Minuten backen.
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