Was bisher geschah:
Ich habe mal eben ein paar Torten gebacken, flott mit Fondant bezogen, schnell einige Blümchen gebastelt und jetzt stehen fünf kleine nette Törtchen im Keller meiner Eltern und bibbern vor Angst. Noch einen Tag haben sie Zeit, dann ist ihr Dasein auf diesem Planeten bedroht, allmählich werden sie sich ihrer Endlichkeit bewußt. Das war die Kurzfassung. Wer es bisher noch nicht geschafft hat, kann sich die Langfassung zu Gemüte führen, während wir, die Eingeweihten, zum Standesamt fahren. Gesammelte Werke am Ende des Beitrages.
HEUTE WIRD GEHEIRATET!
(Nein, nicht heute. Damals. Vor über zwei Monaten...)
Die Torte gibt es später.
Nach einer etwas ausgiebiger geschlafenen Nacht und einem schönen Frühstück im Rheydter Park-Hotel trafen wir uns bei meinen Eltern, um mit ihnen gemeinsam zum Standesamt nach Mönchengladbach zu fahren. 11.15 Uhr war der Termin, wir waren natürlich weit vor der Zeit im Anmarsch.
Auf dem Weg vom Parkplatz zum Rathaus Abteiberg
schien nicht nur die Sonne - was wir uns gewünscht, aber nicht zu hoffen gewagt hatten - nein, man hatte auch noch meine Lieblingsfahnen zur Begrüßung an die Häuser gehängt.
Wer meinen Werdegang etwas verfolgte, der weiß, dass meine Laune bei dem Anblick nicht hätte besser sein können. Und als ich dann kurz vor dem Ziel dieses Schild sah, war mir klar, es kann einfach nichts mehr schief gehen.Was es alles gibt...
Aufgeregt war ich aber auch, schließlich heiratet der einzige Sohn (ich bin nicht so klein, Tobias ist so groß)
nicht alle Tage so eine liebe Schwiegertochter.
Richtig schön herausgeputzt war das Brautpaar, Dajana hat ihr Kleid sogar selber genäht, die Gäste hatten sich ebenfalls in Schale geworfen und die Trauung verlief harmonisch und lustig und rührend und es war einfach nur schön. Ein paar Taschentücher habe ich auch gebraucht, hach ja...
Nach der Zeremonie,
dem ersten Kuss als frisch Vermählte,
dem Ausschneiden eines Herzens aus einem Betttuch und nach dem Durchklettern desselben, was sichtlich Spaß bereitete,
ging es zum Mittagessen mit 20 hungrigen Menschen in eine urige Bauerngaststätte, Haus Jägersruh in Mönchengladbach-Venn, die mir sehr gut gefallen hat. Vor allem diese bodenständige Küche. Kein Schnickschnack, sondern Gerichte, die zum Niederrhein passen und die zu uns passen und denen man anschmeckte, dass das Speisen sind, die oft zubereitet werden. Krustenbraten, Geschnetzeltes, Wirsing, Bohnen, Bratkartoffeln, Spätzle... alles lecker!
Die Gastwirte präsentierten einfach, was sie am besten konnten und ich habe lange keine bessere Roulade gegessen. "Keine Experimente" war hier Programm und das war auch gut so.
Wir haben gespachtelt wie blöde und für den Nachtisch war kaum noch Platz. Leider hatten wir keine Zeit, uns auch noch körperlich zu betätigen. Was sicher nicht für Erstaunen gesorgt hätte, waren wir doch bei Menschen namens Pilates zu Gast, deren Urgroßonkel Josef Hubert eben dieser Pilates war, der das gleichnamige Training erfunden hat. Beim nächsten Mal machen wir ihm zu Ehren ein paar Verrenkungen, versprochen. Powerhouse, wir kommen. Später. Erst noch Käse essen. Und Brötchen.
Ich habe lange überlegt, ob ich die Deko erwähnen sollte - ich muss es einfach tun, ich habe mich so amüsiert über all die toten Tiere an den Wänden,
sogar Igel waren dabei. Das ist Kult und wenn es jetzt noch kein Kult ist, dann wird das aber Kult werden. Wenn ich in Gladbach bin, muss ich wieder hin. Igel gucken.
Jedenfalls haben wir köstlich gespeist, was unschwer am glücklichen Gesichtsausdruck abzulesen ist.
Am Nachmittag trennten sich unsere Wege, schließlich gab es noch viel zu tun.
Die Familie des Bräutigam-Vaters legte letzte Hand an die Ausstattung der Kunst-Scheune, die mein geschiedener Mann Wolfgang, Tobias' Vater, als Ausstellungsraum für seine Malerei nutzt. Alle Bilder, die ihr in den kommenden Beiträgen an den Wänden seht, hat er gemalt. Hauptsächlich sind es Motive niederrheinischer Landschaften, die mir immer ein wenig Heimweh verursachen, wenn ich sie sehe.
Tobias' zweite Mutter, die einmalig-wunderbare Bozica, ist mit Tobias' Vater verheiratet. Sie hat Tobias wie einen eigenen Sohn in ihr Herz geschlossen und sie ist eine großzügige, warmherzige Frau, der ich unendlich dankbar bin für die Liebe, mit der sie an Tobias hängt und für alle guten Taten, die sie dem Kind und Mann angedeihen ließ und lässt. Bozica, ich umarme dich, du bist ein Schatz!
Bozica und ihre sympathische Schwester, die extra mit dem Bus (und Slivovitz - oh Mann, da durfte man nicht kleckern, der brannte Löcher in die Tischdecke) aus Bosnien angereist war,
wirbelten wie die Hummeln herum, um alles piekfein zu machen. Die kreative Bozica hatte mal wieder nicht nur ein tolle Idee.
Überhaupt war die Scheune wunderschön geschmückt und ausstaffiert, hat mir richtig gut gefallen. Die Vorfreude auf die Feier stieg, ei, was war isch uffgerescht...
Ihr wollt Torte? Dann schaut einfach mal bei Teil 8.2 rein... der ist auch bald fertig.
Von Anfang an:
Just married 2 - Nougat-Quark-Nuss-Kuchen
Just married 3 - Die Blumen des Grauens
Just married 4 - Backe, backe Kuchen am Samstag
Just married 5 - Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs
Just married 6 - Wenn mich heute einer anspricht, erschieße ich ihn!
Just married 7 - Schnuppschnüss beweist: Die Fondanthölle ist überlebbar








