Ok - kommen wir also zu den Blumen. Dass der Beitrag, wie gestern angekündigt, noch gaaaanz lange auf sich warten lassen würde, war geflunkert. Und da einige LeserInnen gestern so sehr auf einen pünktlichen Eintrag gewartet haben, der nicht kam, lasse ich euch heute ein wenig früher an den grausigen Geschehnissen teilhaben.Vielleicht kommt ihr ja doch noch irgendwann in den Schlaf. Seid also stark!
Der Traum:
Blumenkaskaden, Orchideen, Margariten, Tulpen, Wicken, Narzissen, Maiglöckchen, Gerbera - Blüten, eine schöner als die andere, breitgefächerte Variationen aus dem Reich der Flora, duftige Kleinode der Zuckerpastendekorierkunst, von lebendigen Exemplaren nicht zu unterscheiden. Hach ja...
Die Realität:
Ich habe es wirklich versucht. Ich habe Unmengen an Büchern geordert. Ich habe Blütenpaste selber hergestellt. Ich habe Blütenpaste gekauft. Ich habe Ausstecher rangeschafft. Ich habe wochenlang das Wohnzimmer mit meinem Bastelgedöns überflutet. Und irgendwann, als
D A S
als Ergebnis meiner Anstrengungen vor mir lag, wurde mir eines klar:
Ich kaufe frische Blumen!
Merke:
Wer einen Rolls Royce vor der Haustür stehen hat, aber keinen Führerschein besitzt, der muss das Fahren den Könnern überlassen. Kreiiiiiisch!!!
Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass alle Blumen, die man hier so kaufen kann, mit Pestiziden verseucht sind und absolut ungeeignet, eine Torte zu zieren, welche man danach noch essen möchte. Also fragte ich bei facebook nach, ob man irgendwo ungespritzte Blüten kaufen könne. Darauf entwickelte sich eine Diskussion, unter anderem zwischen Cami, Frau Kampi und mir. Tenor Frau Kampi: "Kein Problem! Man kann ohne weiteres frische Blumen verwenden." Tenor Cami: "Mach' doch das was du kannst - Rosen!" Tenor ich: "Lieber Gott, bitte lass es einen Knall geben und es ist Juni. Oder lass mich auf einer schönen Insel aufwachen, mitten im blauen Ozean."
Boah, datt klappt ja!!! Ich bin erschüttert!!!! Was soll ich mir bloß als nächstes wünschen?
Nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen hatte, war die Insel verschwunden und ich habe auf Cami gehört. Nicht, dass ich frische Blumen doof gefunden hätte. Aber ich war in Wöllstadt und die Hochzeit fand in Mönchengladbach statt. Ich hätte gerne persönlich mit den Menschen gesprochen, bei denen ich die Blumen gekauft hätte. Also Rosen. Die Kinder wurden gefragt, sie waren einverstanden und so stand die Deko endlich. Ich hatte einen Plan, ein Gerüst, an dem ich mich festhalten konnte:
Hochzeitstorte. Fünfstöckig. Mit Ganache bestrichen. Mit Fondant eingedeckt. Mit Rosen umlegt. Farbe Weiß. Na denn, man los...War ja noch massig Zeit, so ungefähr zwei, drei Wochen - hahaha.
Wieder Blütenpaste bestellt, Wohnzimmer in eine Rosenblütenhölle verwandelt. Das Kochen eingestellt. Brot gekauft! Irgendwie alles runtergefahren und dann Rosen, Rosen, Rosen gemacht. Mein armer Mann!
Zwischendurch noch eine Woche Griechenland - hier eine wunderschöne Ansicht von den Felsen des Weltkulturerbes Meteora, wie es sich uns an dem Morgen der Besichtigung offenbarte:
Nebenher immer wieder Inserate gewälzt, Makler angeschrieben, Makler angerufen, Häuser angeschaut, überlegt, diskutiert, abgesagt. Nervtötend!
Als die heiße Phase der Hochzeitswoche begann, war ich immer noch nicht fertig mit den Biestern. Und ich hatte montags noch einen vor Monaten gemachten Arzttermin, der Tag fiel schon mal flach. Wie lange wir noch Rosen gemacht haben, lest ihr in einem anderen Post. Auch, dass viele Rosen umsonst gemacht wurden. Aber das war dann auch schon egal.
Öhm, will eigentlich jemand wissen, wie die Rosen hergestellt wurden? Also Draht einmal umbiegen, so dass ein Häkchen entsteht. Einen Blütenpastenkegel herstellen, Draht reinstechen, über Kopf trocknen lassen. Dann geht es so weiter, wie hier beschrieben, nur mit dem Unterschied, dass die Blumen immer über Kopf getrocknet werden. Und ich habe nur fünf Blütenblätter als letzte Reihe gemacht. Diese fünf Blätter wurden am Rand mit einem Balltool auf einem Schaumkissen behandelt, damit die Ränder schön dünn werden und sich ein wenig wellen. Bei manchen habe ich noch mit einem Zahnstocher auf einem Fingerknöchel nachgearbeitet, damit sie besonders filigran werden. Schweinearbeit!
Aussicht auf morgen: vielleicht gibt es zu diesem Thema erst am Samstag wieder was zu lesen. Aber zu einem anderen Thema vielleicht schon morgen. Vielleicht aber auch nicht. Hach, ist das aufregend. Das mit morgen.
Von Anfang an:
Just married 2 - Nougat-Quark-Nuss-Kuchen








