Steph ruft und alle, alle folgen - na gut, ich auch. Wie Robert so schön schreibt, wer guckt, muss auch die Hosen runter lassen. Na ja, er hat sich eleganter ausgedrückt, aber ich habe verstanden, was er meint und schließe mich an.
Schnuppschnüss ihre Küche hat schon zwei Umzüge hinter sich, ist umgebaut, ergänzt, abgespeckt und aufgepeppt worden. 14 Jahre ist sie mittlerweile alt, aber ich kann mich nicht von ihr trennen. Auch wenn die Holzfronten unterschiedliche Farben haben, weil manche Teile nicht immer am Tageslicht waren, sondern im Keller eine Weile schmachten mussten, bevor sie hoch ans Licht durften, ich finde sie schön. Gerade weil sie nicht so geschniegelt und glatt ist. Wegen des komisch-eckigen Grundrisses entstanden zum Teil Lücken beim Einbau, die der Schreiner mit Regälchen bestückt hat, in die Kleinzeug passt.
Also, dann wollen wir mal:
Der Küchenraum besitzt zwei Fenster und zwei Türen. Das ist einerseits schön, weil es hell ist und man vom Flur und vom Esszimmer her in die Küche stiefeln kann. Andererseits geht auch Stellfläche verloren, von der wir ja alle nicht genug kriegen können, gell.
Ich fange mal in einer Ecke an und arbeite mich dann entgegen des Uhrzeigersinns durch.
Rechts Regale mit Gläsern, Bedienungsanleitungen, Teetassen und Kannen sowie ganz unten meine geliebten Saleen-Körbchen. Die Dinger sind toll, man kann sie in die Spülmaschine stecken und sie halten Jahr um Jahr. Gerade letzte Woche habe ich einen neuen Plastikkorb in "Totalechtoptik" erstanden, ich kann einfach nicht daran vorbei gehen, wenn sie zum Kauf angeboten werden.
Mitte Kühlschrank - ich finde ihn total doof, weil er bis zum Boden geht und die Tür nicht richtig geöffnet werden kann, da ein Tisch in der Nähe steht. Unpraktisch, ich kann das Teil nicht ausstehen. Konnte ich noch nie.
Daneben ein umgebauter Hängeschrank, damit der Kombi-Dampfgarer (aka dekadenter Eierkocher) einen Platz in der Küche findet. Der Hängeschrank ist so einer, der lange im Keller war, deshalb ist die Farbe anders.
Oben die Küchenmaschinen - die KitchenAid steht hinten links und ist aus dieser Perspektive unsichtbar. Brottopf, Apfelsaft von Joachim Schnabel seinen Äpfeln, ganz hinten die arme, verstaubte Tajine und davor die böse, böse, böse, böse Metallkiste, in der vormals - vor Jahrtausenden - Lebkuchen hausten und jetzt böse, böse, böse, böse Süßigkeiten ihr Dasein fristen, laut rufend, damit sie endlich von einer mitleidigen Seele, nämlich meiner einer, verzehrt werden. Böse.
Die Bleche des Dampfgarers habe ich hier deponiert. Der Ofen wird nur genutzt, wenn Manzfred ausfällt, zum Beispiel zu Weihnachten, wenn der Puter zu groß ist oder mal etwas übergrillt werden muss. Ansonsten bleibt diese Röhre kalt.
Unterhalb des Dampfgarers hat mir der Schreiner drei geniale Schubladen eingebaut, in denen wunderbar Geschirr und Backkram deponiert werden kann. Ich liebe Schubladen in der Küche und hätte am liebsten überall welche.
Zwischen den Türen von Esszimmer und Flur hängt mein super-praktisches Krimskramsgitter. Natürlich steckt in diesem vermeintlichen Chaos eine heilige Ordnung und wehe, wenn mir die "Jemand" durcheinander bringt, zum Beispiel nach dem Ausräumen der Spülmaschine. Das mag ich überhaupt nicht.
Den Manzfred kennt ihr ja schon. Auch dieser Schrank wurde bei Einzug des Küchenlieblings umgebaut.
Eine Schublade mit integriertem englischem Auszug ist mit Manzfredblechen, Backformen und Küchentüchern gefüllt. Die schwere Grillpfanne wohnt ebenfalls dort.
In den Hängeschränken befinden sich Geschirr, Glas, Gewürze, Lebensmittel, Tees und das sieht dann so aus:
Noch ein Auszug, der einerseits unverzichtbar und sehr praktisch ist, andererseits aber auch unpraktisch daher kommt. Wenn man den Auszug benutzt, kann man nämlich die Schublade darunter nicht mehr verwenden, was oft zu Umräumaktionen führt, weil ich mal wieder vergessen habe, ein wichtiges Utensil VOR Benutzung des Auszuges aus eben dieser Schublade hervorzuholen.
Wieder eine Schublade, diesmal für Töpfe. Darunter ist die für die Pfannen. Praktisch!
Im Eckschrankkarussell zwischen Spülmaschine und Spüle ist der ganze Plastikkram untergebracht. Hier hätte ich zu gerne so eine geniale Konstruktion, wie bei Robert. Übersichtlich und praktisch ist meine Lösung jedenfalls nicht. Aber immer noch besser als nix.
Den kleinen Apothekerschrank mag ich auch gerne, ein großer wäre mir aber lieber . Links daneben stehen Brotschieber, ein Kochbuchhalter und Serviertabletts.
Meine Spüle finde ich auch immer noch toll - ein Manko ist, dass sie eigentlich praktischer wäre, wenn das Spülbecken rechts und der Abtropfbereich links wäre. Aber ich liebe sie trotzdem. Es gibt auch noch ein Schneidbrett, das genau auf das Becken bzw. die Aussparung für den durchlöcherten Rost passt. Zudem ist das Spülbecken ziemlich groß, Bleche passen gut hinein.
Sehr viele Backutensilien habe ich im Keller ausgelagert. Dort stehen die Formen, Ausstecher, Tortendummies, Cakeboards, Eimer mit Fondant, Schokoladen, Verzierzeugs...... 100 Jahre später.....Blumendraht, Nudelmaschine, Terrinenform.....unfassbar.
Noch viel unfassbarer jedoch ist das kitschigste Küchenteil des Universums, mein Vögelchen-Küchenrollen-Halter.
Ist das ein Mörder-Teil?
Und jetzt nochmal von der anderen Seite.
Und wenn ihr denkt, dass es nicht schlimmer kommen kann, hier noch ein kleiner Absacker.
Und jetzt mache ich Nägel mit Köpfen, ich gestehe alles: Ich kann das Lied komplett mitsingen. Echt wahr.








