Bei Facebook gibt es mit "Käptn's Dinner" eine riesig nette Truppe, die auf einem Kahn über die Weltmeere des Genusses und der Freundschaft schippert. Gut aufgehoben fühlt man sich dort und in gewisser Weise familiär eingebunden, was nicht zuletzt dazu führt, dass öfter mal was nachgekocht wird - ihr erinnert euch noch an das Boeuf Bourguignon? Zurzeit sind es Krautkrapfen, die Susanne D. ursprünglich postete. Ich bekam so große Lust darauf, dass ich sie sofort nachgemacht habe, zumal noch Sauerkraut vom Fass im Kühlschrank lagerte.
Noch nie hatte ich von diesem Gericht gehört, geschweige denn es je gegessen oder zubereitet. Und Sauerkraut in Nudelteig eingerollt - na ja. Aber es sah so köstlich aus, dass ich alle meine Vorurteil über Bord warf, vergaß, dass ich eigentlich immer nach Rezept koche und das Wagnis einging.
Das Foto beim Käpt'n hatte nicht zuviel versprochen. Diese Sauerkraut-Pasta-Rollen sind köstlich, lassen sich gut vorbereiten (Brühe erst kurz vor dem Garen angießen) und bereichern ab sofort unseren Speiseplan.
Da ich ausnahmsweise ja mal nicht nach Rezept gekocht habe, sondern "us de Lamäng", gibt es hier auch keine akribische Aufzeichnung. Eurer Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt. Das mit den Krapfen ging so:
Ich habe geräucherten Speck mit Zwiebeln schön angebräunt, Sauerkraut dazu, ein bissi geschmort, dann Pfeffer (kein Salz, das Sauerkraut war schon recht salzig), Wacholderbeeren und Lorbeerblatt dazu, etwas Brühe (oder Wasser) und dann so lange schmoren, bis es deinem Geschmack entspricht. Wir mögen es gerne weich, also habe ich es im Dampfgarer gegart.
In der Zwischenzeit den Nudelteig herstellen,
ausrollen und das etwas abgekühlte Sauerkraut darauf verteilen. Ich habe vier lange Stränge gefüllt.
Jede Rolle einmal durchschneiden und mit der Schnittfläche nach oben in eine Form setzen. 3/4 L Brühe angießen.
Ich habe Alufolie aufgelegt und das ganze in meinem Manzofen so lange gebacken, bis die Flüssigkeit ungefähr bis zur Hälfte verdampft war. Die Ofentür hab ich zwischendurch immer mal geöffnet, damit der Dampf aus dem Garraum abziehen kann.
Am Ende habe ich die Alufolie entfernt und noch so lange geschmurgelt, bis die Flüssigkeit fast weg war und die Oberfläche appetitlich braun. MIt einem Klacks Schmand obendrauf schmeckt so eine Röllchen herrlich, ist aber auch ziemlich mächtig.
Am nächsten Tag, in einer Käse-Béchamel-Sauce erhitzt, gab es nochmals ein Aha-Erlebnis. Wunderbar!
Wer die ultimative Lobhudelei bezüglich der Gruppe lesen möchte, sei auf Rolf Klöckners Artikel "Kochen online" im FORUM-Magazin verwiesen. Der Mann hat ja so recht.
Und hier gab es die Wickel auch:






