Das Vorgeplänkel:
Manchmal geschehen Dinge, die man mit Fug und Recht 'Zeichen und Wunder' nennen darf. So geschehen gestern, am 29. August 2011. Da kam nämlich meine Eismaschine zurück.
Nun fragt ihr euch sicher "Ja, wo war die Eismaschine denn?" und ich lasse euch - versprochen - nur wenig lang, aber auch nicht wirklich kurz, im Ungewissen. Zunächst muss ich nämlich vorausschicken:
Ihr wisst ja, ich mache nie Werbung im Blog als Gegenleistung für eine Leistung (aka Pseudoleistung) irgendeines Unternehmens. Ich nehme nix an, ich fahre nirgends hin und wenn ich was annehme oder wenn ich irgendwo hin fahre, dann bezahle ich das selbst und schreibe drüber oder ich nehme es an, zahle nicht selbst und schreibe nicht drüber. Ich berichte über Dinge, die mir gefallen, die ich ausprobiert habe, die ich mir für den täglichen Gebrauch kaufe, die ich guten Gewissens empfehlen kann. Aber ich habe noch nie, auch nicht von Manz, irgendeinen geldwerten Vorteil für meine Berichterstattung erhalten, geschweige denn klingende Münze ins Säckel gestopft bekommen. Das war so, das ist so, das bleibt so. Hugh!
Das Folgende ist deshalb auch keine Werbung, sondern eine Art Erlebnisbericht, mit UNOLD und der Eismaschine 48816 (De Luxe, 1,5 Liter) als Hauptakteuren.
Der Bericht:
Ich hatte mir irgendwann mal eine Eismaschine online gekauft. Nicht über diesen riesigen Großhändler mit "a", sondern über eine Preisvergleichsseite, die empfahl, das Gerät bei - tja bei wem nochmal? Das war irgendwann die große Frage. Die Eismaschine war bei Unold hergestellt worden, sie wurde wenig benutzt, aber wenn, dann tat sie ihren Dienst ohne Probleme. Ich war zufrieden.
Nun trug es sich zu, dass diverse Freunde des guten Geschmacks bei Arthurs Tochter einen Abend verbringen durften. Das Gastgeschenk sollte eine Eismaschine sein. Nata war so lieb, die ganze Chose zu managen und ich konnte nur Gutes über die Unold- Maschine berichten. Astrid bekam sogar die Tolle mit ohne Motorteil oben drauf - vom Feinsten.
Kaum waren das Lob und die Kaufempfehlung ausgesprochen, da ging mir die Maschine kaputt. Ich war frustriert.
Gleichzeitig nahm die Chose Fahrt auf. Wann und wo und von wem hatte ich die Maschine eigentlich gekauft? War noch Gewährleistung drauf? Keine Ahnung. Im Rechnungsordner gewühlt. Nix. Oh nee, wie kriege ich jetzt raus, wann und wo und von wem ich die Maschine gekauft habe? Im Blog gucken? Im Blog gucken! Ha, dafür sind Blogs gut. Eismaschine in die Suche eingegeben und schon kamen Kommentare angeflogen, wo es um den Kauf der Eismaschine ging. Wo ich sie gekauft hatte und wer sie mir verkauft hatte, wußte ich immer noch nicht.
Der Zeitpunkt des Kaufs lag irgendwann im Januar 2009, ein suboptimales Ergebnis, war die Gewährleistung doch schon seit ein paar Wochen abgelaufen. Ich, noch frustrierter, guckte mir schon mal die Maschinen von anderen Anbietern an. Aber da man bekanntlich niemals den Korn in die Flinte kippen sollte, habe ich mir gedacht, schreibst du doch einfach mal an Unold. Kost' ja nix. Hab' ich auch gemacht. Das las sich so:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
im Januar 2009 legte ich mir eine Unold-Eismaschine 48816 (De Luxe, 1,5 Liter) zu. Seitdem war sie vielleicht 10 mal im Gebrauch. Gerade gestern habe ich das Gerät noch empfohlen und eine Freundin hat es bestellt. Heute morgen geht mir das Teil kaputt. Anscheinend ist der Kompressor defekt.
Die Maschine hat zunächst auf -22° C heruntergekühlt, fing an zu brummen und erhöhte die Temperatur. Bei +11° C habe ich dann abgeschaltet. Ein neuerlicher Versuch hatte den Erfolg, dass bis auf -10° C gekühlt wurde und dann der Erwärmungsprozess wieder einsetzte. Und nun?
Die Gewährleistung ist ja abgelaufen. Wie teuer ist eine Reparatur? Lohnt sich das überhaupt (bei amazon sind die Eismaschinen zurzeit im Angebot)?
Ich bin frustriert , grüße aber trotzdem freundlich "
Drei Tage später - ich weise darauf hin, es war zu diesem Zeitpunkt Mitte Juni, die Gewährleistung also schon seit mehr als fünf Monaten abgelaufen - hatte ich Post einer ebenfalls sehr freundlichen Mitarbeiterin im Kasten, die ihr Bedauern aussprach und etwas von "eventuell" und "Kulanz" schrieb. Ich solle die Maschine unfrei an den Kundendienst zur Prüfung eines eventuellen Kulanzanspruches einsenden und unbedingt den Kaufbeleg zufügen.
Tja, da war er wieder, der Kaufbeleg, aber eigentlich war er ja nicht da. Ich konnte zwar beim Leben meiner Urgroßmutter beschwören, die Maschine gekauft zu haben, aber wo und bei wem? Ich habe alles durchwühlt, alle Ordner, mein Zimmer, ich fand und fand und fand nichts. Wochen später, mittlerweile war es Mitte August (sic!), konnte ich freudestrahlend, aber mit aus verständlichen Gründen gedämpfter Euphorie, folgende Mail absenden:
"Guten Tag, Frau XY,
oh je, das war vielleicht eine Aktion. Ich habe nämlich die Rechnung nicht finden können. Zunächst habe ich alle Ordner auf den Kopf gestellt, dann mein Arbeitszimmer. Dort kamen viele interessante Dinge zum Vorschein, eine Rechnung leider nicht.
Nach Art von Sherlock Holmes hat mein Mann heute die Überweisungsbelege durchforstet und ist auf eine Überweisung an ein Unternehmen namens YX gestoßen. Auf der Internetseite habe ich entdeckt, dass dort ein Kundenkonto existiert, an dessen Zugangscode ich mich tatsächlich noch erinnern konnte. Dort wurde ich dann endlich fündig - die Rechnung war noch vorhanden. Juhu!!! Vielleicht sollte man sich solche Online-Dokumente auch mal ausdrucken, wenn sie einem gesendet werden...
Lange Schreibe, kurzer Sinn: falls ihr freundliches Kulanz-Angebot immer noch gilt, könnte ich jetzt (endlich!) die Eismaschine zusenden. Ich habe sie vor ein paar Tagen nochmals ausprobiert, nachdem sie eine Nacht in der Küche gestanden hat und nicht bewegt wurde - dasselbe Dilemma. Sie kühlt zunächst und heizt dann irgendwann auf.
Also, ich freue mich auf Ihre Antwort und wünsche einen guten Start in die Arbeitswoche."
Dieser geballten Charme-Offensive konnte Frau XY, obwohl sie gar nicht da war und ein Kollege antwortete, anscheinend nicht widerstehen. Nie hätte ich damit gerechnet, aber ich durfte die Maschine senden. Hab' ich gemacht, am nächsten Tag. Knapp 12 Euro Porto - so ein Ding ist schwer.
Nun ging das Simulieren los. "Kulanz" - guter Witz. Bin mal gespannt, wie teuer die Reparatur wird. Sieben Monate nach dem Ablauf der Gewährleistungsfrist... wieso habe ich nicht sofort eine neue Maschine gekauft? Wieso habe ich das Ding zur Post geschleppt? Wie kann man nur so doof sein?
Aber, Freunde, weit gefehlt, denn gestern kam sie, die Überraschung des Jahres. Der Bote klingelt. Die Eismaschine. Mit Dollarzeichen auf der Pupille, die Dagobert Duck vor Neid erblassen lassen, befreie ich mit zitternden Fingern die angepappte Rechnung aus dem Plastikumschlag. Schweißperlen rinnen von der Stirn, die Angst im Nacken sitzt tief. Aus meiner Handtasche ist ein Brummen zu hören, dem ein Schwall heißer Luft folgt - meine Kreditkarte glüht schon mal vor. Und was lese ich da, unter der Rubrik "Rechnungsbetrag"?
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Fortsetzung folgt...
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Nee, war nur ein Scherz. Ich gucke also auf die Rechnung und ich lese, echt wahr, also, ich lese:
0,00 Euro
Potzblitz und tausenfach zugenäht, das ist ja wohl der Hammer. Da hatte mir Unold doch tatsächlich die Maschine kostenfrei repariert. Dachte ich zumindest.
Ich machte mich ans Auspacken und musste mich erst mal setzen, weil ich es zunächst nicht glauben konnte, was ich da sah. Allerdings dämmerte mir dann recht schnell, dass ich mich wohl nicht getäuscht hatte und meinen Augen trauen konnte - die Maschine war gar nicht repariert worden.
Sie war neu. Nigel-nagel-neu. Gleiches Modell, praktischere Ausstattung (dieses Gefummels beim Aufsetzen des Motorteils gehört nun endlich der Vergangenheit an), neu. 0,00 Euro. Sieben Monate nach Ablauf der… ja, ja, ist ja gut. Unglaublich. Und die wussten nix von Schnuppschnüss und ihrem Manzfred und ihr und sein Blog. Das war einfach nur Kulanz. Ohne Wenn und Aber, Dienst am Kunden eben.
Was habe ich mir schon oft gewünscht, dass ich als Kunde mal wie der vielzitierte König hofiert werde. Beim Eismaschinen-Dealer fühlte ich mich wie Sissi.
Der Absacker:
Minnigens eine Kundin hat der Laden auf ewig. Moi! Wenn möglich, kaufe ich ab sofort nur noch dort. Also genau dort. Also bei der netten Frau XY ihre kulante Firma.
Sach‘ ich doch, ich mach‘ keine Werbung. Never!










