Königliche Hochzeiten wecken in mir den Wunsch, aus dem Fenster statt in den Fernseher zu schauen. Deshalb nehme ich den heutigen Tag zum Anlass, an Barbaras Dauerevent teilzunehmen und mal wieder einen Blick nach draußen zu wagen.
Wenn ich aus dem Küchenfenster schaue, dann sehe ich
das nicht, das ist ein Blick vom Rheinsteig auf ein Dorf zwischen Rengsdorf und Sayn.
Also nochmal von vorne. Wenn ich aus dem Küchenfenster blicke, dann sehe ich
leider keine Blüten mehr am Kirschbaum der Nachbarn. Der Baum ist ein Traum in Weiß, wenn er in voller Blüte stehe. Vor einiger Zeit ist er mal kräftig beschnitten worden und mittlerweile wieder erstaunlich imposant ausgetrieben.
Schaue ich aus dem anderen Fenster, sehe ich im Frühjahr eigentlich nur die Fassaden der Häuser gegenüber, die Beete am Zaun mit den Johannisbeersträuchern und die Quitte, die in diesem Jahr übervoll mit Blüten bestückt ist. Sollte aus jeder Blüte eine Quitte werden, dann stelle ich einen Verkaufsstand an die Straße, um das Geschäft meines Lebens zu machen. In Anbetracht der Tatsache, dass wir bisher genau drei Früchte von diesem Baum ernten konnten, stehen die Chancen allerdings nicht wirklich gut. Dafür haben wir in diesem Jahr aber riesige Tulpen.
Um etwas von den Beeten und Pflanzen in Hausnähe sehen zu können, muss ich mich entweder über das Spülbecken oder den Küchentisch lehnen, um hinaus zu spähen. Im Frühjahr mache ich das öfter, denn dann blühen die Anemonen, die zu meinen Lieblingsblumen gehören.
Wilde Gärten finde ich schön. Unserer ist gerade so ungepflegt, dass sich die Nachbarschaft nicht permanent das Maul über uns zerreisst (oder vielleicht doch? Viele Grüße...), sich aber trotzdem die Insekten und Kräutlein wohl fühlen und sich gerne tummeln.
Norbert beschäftigt sich viel im Garten, ich sorge dann dafür, dass die Produkte verarbeitet werden. Der Frühling mit seinen Verheißungen auf Wachsen, Gedeihen, Ernten und die Freuden des Sommers ist für mich die schönste Jahreszeit. Und wenn man Glück hat, dann kann man Anfang April schon den Mangold ernten, der im Jahr zuvor schon brav köstliche Blätter lieferte und dem strengen Winter trotzte.
Huch, schon fast 11.00 Uhr - ob ich vielleicht doch mal schnell gucken soll, was die Royals so machen?






