Früher konnte man mich ja mit Sauerkirschkuchen jagen. Und mit der Kombination aus Obst und Schokolade sowieso. Woher die erste Aversion rührt, weiß ich nicht. Die Zweite kann ich erklären:
Meine Omma passte mal, vor langer, langer, sehr langer Zeit, als die Schnuppschnüss noch ein Schnüsschen war, auf mich und meine drei jüngeren Schwestern auf (eine Tüte Mitleid, bitte - heute geht's aber...). Uns Vieren ist seitdem eine Erinnerung ins Gedächtnis gebrannt: Omma servierte eines Tages Schokoladenpudding mit Erdbeeren als Dessert und wir sollten diese unsägliche Plörre essen. Danach gab es einen derartigen Zwergenaufstand, dass meine Eltern sofort ihre Reise abbrachen. Verschärfend kam hinzu, dass Peggy, der Hund des Hauses, acht Welpen während Ommas Aufenthalt gebar, ein Umstand, der nicht wirklich zur Entspannung der häuslichen Situation beitrug. Wie dem auch sei, fortan war mir Obst mit Schokolade ein Gräuel, der Verzehr undenkbar.
Mit steigendem Alter wird frau, wie ihr Alle wisst, wagemutig, abenteuerlustig und unerschrocken (oder vergesslich? Schwamm drüber!). Deshalb fand immer häufiger, zunächst in Form von Donauwellen, der verpönte Mischmasch mein Gefallen. Mittlerweile überfällt mich nur noch selten Zurückhaltung (Erdbeeren, in Schokolade gestippt - schüttel), manchmal kann ich mich im Gegenteil ü-ber-haupt nicht bändigen, wenn ich bestimmte Bilder auf meine Netzhaut projiziert bekomme.
Ulrike von Küchenlatein machte sowas mal wieder mit mir - sie ließ meine Stäbchen und Zapfen summen, als ich ihr Rezept mit Foto vom Kirsch(li)-Kuchen sah. Der musste es sein und zwar schnellstens. Innerhalb von neun Tagen stand er bereits zwei Mal bei uns auf dem Tisch, vor allem, weil der Herr Schnuppschnüss ihn so genial findet. Ich aber auch. Beide :-)
Beim ersten Mal habe ich ihn mit Butter gebacken, beim zweiten Mal mit Margarine. Ich wollte ja nie, nie, nie mehr Margarine essen, weil ich jetzt weiß, wie sie hergestellt wird. Aber da waren noch so viele Päckchen im Kühlschrank und die alle wegwerfen? Ich habe sie dann für den Kuchen verwendet und ich muss gestehen, der mit Margarine hat mir besser geschmeckt.
Der Teig wird halt lockerer mit dem Zeug, ich kämpfe wirklich mit mir, ob ich nicht doch wieder, zumindest bei Rührkuchen, auf Margarine umschwenken soll. Ungehärtete natürlich.
Ach, diese Diskussion führen wir später. Jetzt erst mal das Rezept, so wie ich es gemacht habe. Das Original findet ihr bei Frau Küchelatein, falls es der Ostwestwind nicht weggeweht hat und falls ihr, so ihr es noch nicht oben gemacht habt, auf diesen Link klickt.
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Kirsch(li)-Kuchen (M) - Rührkuchen aus Kirschen und Schokoladenflocken |
| Kategorien: | Backen, Rührteig, Kirschen, Schokolade, Knaller |
| Menge: | 1 Springform 26 cm Ø |
Zutaten
| 175 | Gramm | Margarine | |
| 100 | Gramm | Zucker | |
| 10 | Gramm | Vanillezucker | |
| 1/2 | Teel. | Salz | |
| 10 | Gramm | Amaretto-Sirup | |
| 3 | Eier, Größe M | ||
| 200 | Gramm | Weizenmehl, Type 550 | |
| 8 | Gramm | Backpulver | |
| 100 | Gramm | Schokoladenblättchen | |
| 1 | Glas | Sauerkirschen, 340 g Abtropfgewicht | |
| H | ZUM SERVIEREN | ||
| Puderzucker | |||
| Schlagsahne | |||
Quelle
| Rezept modifiziert. | |
| Original stammt von Küchenlatein, nach einer Idee | |
| vom Doktor aus Bielefeld | |
| http://ostwestwind.twoday.net/stories/11886283/ |
| Erfasst *RK* 29.01.2011 von | |
| Ulrike Westphal |
Zubereitung
Margarine und Eier auf Zimmertemperatur bringen. Manzfred auf 160° C vorheizen. Springform von 26 cm Ø fetten.
Margarine, Zucker, Vanillezucker, Salz, Sirup und Eier in der Küchenmaschine innerhalb von ungefähr fünf Minuten zu einer homogenen Masse verarbeiten. Mehl, Backpulver und Schokoblättchen zufügen und sehr zügig unterarbeiten.
Teig in die Form geben und glatt streichen. Die Sauerkirschen darauf verteilen und dabei einen Rand von 1 cm frei lassen. Die Kirschen etwas in den Teig drücken.
50 Minuten backen. Stäbchenprobe machen.
Springformrand und Kuchen vom Boden lösen und den Kuchen auf dem Springformboden auf einem Gitterrost erkalten lassen. Vor dem Servieren nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
Anmerkungen, Jutta:
Sehr gut! Sehr locker, sehr lecker, prima. Lässt sich gut aufbewahren. Mit Sahne unschlagbar.
=====So, jetzt kann die liebe Mama, der ich vom Kuchen vorgeschwärmt habe, auch endlich mit dem Nachbacken beginnen. Viel Spaß!






