Mit Schrecken musste ich am 1. Tag des laufenden Jahres feststellen, dass ich komplett vergessen hatte, eine Neujahrsbrezel zu backen. Shocking! Eine jahrtausendealte Tradition in unserer Familie wurde schmählich gebrochen, mea culpa - maxima, minnigens.
Um nicht noch mehr Unheil zu beschwören und um mich zumindest in Gefilden mit ebenfalls jahrtausendealter Tradition zu bewegen, habe ich mich dann entschlossen, endlich mal wieder an einem Event teilzunehmen. Wie gut, dass der rührige Tobias in Griechenland lebt, so war das mit den Jahrtausenden und der Tradition schon mal geklärt.

Dass Israel zurzeit Thema mediterraner Kochköstlichkeiten ist, kam ebenfalls sehr gelegen. Denn in Israel wird zum Schabbat traditionell (schon wieder!) süßer Hefezopf gegessen. Also fast eine Brezel. Zudem erinnert mich die Challah auch daran, dass mein Mann jeden Freitagabend auf WDR 5 "Gedanken zum Schabbat" anhört und immer ganz begeistert ist von den tollen Stimmen. Irgendwie heimelig.
Welch' erhebendes Gefühl machte sich breit, gleich zwei bis drei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können. Kürzlich war das schon mal irgendwo in einem Blog der Fall und da ich diese Vorgehensweise sehr schlau fand, hab ich sie mir nicht nur notiert, sondern auch "zeitnah" in die Tat umgesetzt. Ein Hoch auf diese wunderbare Idee!
Das Challah-Rezept fand ich bei Rose Levy Beranbaum. Ihre Bread Bible hat mir schon viele schöne Backergebnisse beschert und ihren Rezepten konnte ich immer vertrauen. Natürlich wollte ich eine Challah mit möglichst vielen Strängen flechten.
Bei der Suche nach Anleitungen im wäwäwä. habe ich Interessantes entdeckt:
- das Backen von Challot (Plural von Challah - wieder was gelernt) war vor tausenden von Jahren - ach nee, so ungefähr ab 2004, also vor meiner Bloggerzeit, schon mal Thema in den jahrtau alteingesessenen Mitteilungsorganen, die da wären:
- In einigen Blogs wurde das Backen des Hefebrotes immer mal wieder aufgegriffen:
- Küchenlatein
- Hefe und mehr
- USA kulinarisch
- Brot und Rosen
- Plötzblog
- und vielen anderen im Netz
- Die Salzmenge im Teig ist erstaunlich hoch, ich habe in anderen Rezepten nachgeschaut, da war es ähnlich. Gefallen fand ich nicht daran, deshalb habe ich ein wenig reduziert und 2% der Mehlmenge an Salz verwendet. Allerdings war ich erstaunt, wie interessant und gut das fertige Brot schmeckt. Mit Konfitüre kann man es prima essen, aber auch mit Käse oder Aufschnitt. Das war wirklich eine Entdeckung für mich.
- Brote mit sechs Strängen zu einem Zopf zu formen ist eigentlich einfach. Trotzdem sieht mein Zopf überhaupt nicht ordentlich aus, am Erscheinungsbild muss ich noch feilen. Ich glaube, ich habe mich unterwegs beim Flechten doch verfranst. Mal sehen, wie sich ein neuerlicher Versuch gestaltet.
- Die dollste Entdeckung: ich hatte schon mal einen Zopf aus sechs Strängen geflochten. Ach?!? Aber keine Challah, ätschibätschi. (Notiz: Rezeptregister anlegen - wie geht das eigentlich?)
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Challah - Beranbaum (M) |
| Kategorien: | Hefe, Zopf, 6 Stränge, Honig, International |
| Menge: | 1 Großer Zopf |
Zutaten
| H | SPONGE | ||
| 142 | Gramm | Weizenmehl, Type 550 | |
| 3,2 | Gramm | Trockenback-Hefe | |
| 156 | Gramm | Wasser | |
| 40 | Gramm | Honig | |
| 3 | Eier, Größe M (150 g) | ||
| H | TEIGZUTATEN, TROCKEN | ||
| 662 | Gramm | Weizenmehl, Type 550 | |
| 4 | Gramm | Trockenback-Hefe | |
| 16 | Gramm | Salz | |
| H | TEIGZUTATEN, FEUCHT | ||
| 2 | Eier | ||
| 72 | Gramm | Maiskeimöl | |
| 120 | Gramm | Honig | |
| 10 | Gramm | Apfelessig | |
| H | EIWASCH | ||
| 1 | Ei | ||
| 2 | Essl. | Milch | |
| 1 | Prise | Salz | |
| 1/2 | Teel. | Zucker | |
| H | ZUM BESTREUEN | ||
| Sesamsaat | |||
Quelle
| Rezept modifiziert. | |
| Original: Rose Levy Beranbaum "The Bread Bible" | |
| Traditional Challah, S. 517 |
| Erfasst *RK* 05.01.2011 von | |
| Jutta Hanke |
Zubereitung
Die Zutaten für den Sponge in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zu einem homogenen, recht flüssigen Teig verrühren. Mit einer Plastikhaube abdecken und bei Zimmertemperatur so lange stehen lassen, bis sich das Volumen vergrößert hat. Ich habe den Teig zunächst zwei Stunden in der recht kühlen Küche stehen lassen und dann 1 Stunde bei 30° C in den Backofen gestellt.
Die trockenen Teigzutaten mischen und in eine Rührschüssel geben. Die feuchten Zutaten und den Sponge ebenfalls in die Rührschüssel geben. In der KitchenAid 5 Minuten auf Stufe 3-4 kneten. Auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und so lange mit wenig Mehlzugabe kneten, bis ein nur noch leicht klebriger Teig entstanden ist. Den Teig zum Ball formen, in eine leicht geölte Schüssel geben, mit Plastikhaube abdecken und so lange gehen lassen, bis sich das Volumen ungefähr verdoppelt hat (1-2 Stunden).
Den Teig einmal vorsichtig auf der Arbeitsfläche entgasen und wie einen Geschäftsbrief falten, nochmals in der abgedeckten Schüssel bis zur Volumenverdopplung gehen lassen (ca. 1 Stunde).
Den Teig aus der Schüssel holen, etwas niederdrücken und in sechs Portionen teilen. Diese zu möglichst langen Strängen rollen. Danach zu einem Zopf flechten (s. Blogeintrag, 05.01.2011) und auf eine Backfolie plazieren.
Zutaten für das Eiwasch verkleppern und den Zopf damit bestreichen.
Manzfred auf 160° C vorheizen.
Den Zopf so lange aufgehen lassen, bis sich sein Volumen ungefähr verdoppelt hat. Nochmals mit Eiwasch bestreichen, mit Sesamsaat bestreuen. Mit der Backfolie in den Manzfred schieben.
45 Minuten backen, die letzten 10 Minuten mit Alufolie abdecken.
Anmerkungen, Jutta: prima!
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Lieber Tobias, vielen Dank für die Ausrichtung des Events und deine fleißige Umsetzung des schönen Event-Themas.






