Freitagmorgen - noch 40 Stunden bis zur Lieferung der Hochzeitstorte - stand ich um 6.00 Uhr in der Küche. Als ich ins Bett ging, war Samstag, 15.00 Uhr und ich hatte 21 Stunden lang nur Torten gefüllt und dekoriert.
Bis dahin hatte ich:
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nachts einen Kollaps. Mir wurde auf einmal so blümerant, dass ich mich auf die Couch legen musste und mir wurde so schlecht, dass ich natürlich dachte, ich hätte eine Salmonellenvergiftung und die Torten wären ungenießbar, krank machend und nicht präsentabel. Vor meinem geistigen Auge fuhren heulend Krankenwagenkolonnen vor, die Hochzeitsgäste eilig in nahegelegene Krankenhäuser schafften. Bis mir auffiel, dass ich seit 18 Stunden nichts mehr gegessen hatte. Nach Obstsaft und Traubenzucker stieg mein Blutzuckerspiegel wieder und ich konnte weiter machen.
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Ganache, hell / Ganache, dunkel / Icing für Spritzmuster / gefärbten Fondant / Rosenknospen hergestellt
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eine Punschtorte gefüllt (grrrrrr)
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mich über eine Schnuppschnüss-Schürze gefreut, die mir Doris (die Brautmutter) vermachte
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ein Blütenmeer bestaunt (700 Rosen!) - wie gut, wenn die Braut eine Schwester hat, die Floristin ist und die komplette Dekoration inklusive Brautstrauß herstellt
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den Hinweis der Brautmutter dankend aufgenommen, dass die von mir hergestellten kleine Blüten fast so aussehen, wie die im Brautstrauß - woraufhin ich die Blüten auf der kleinen Schichttorte mit einem brauen Punkt versah und sie tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit den echten Blümchen aufwiesen
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drei Torten mit Ganache bezogen
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drei Torten mit Fondant bezogen
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die kleine Torte mit einem Blütenwirbel verziert
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die mittlere Torte mit einem Rosenbukett verziert
- die große Torte mit Schriftzügen bestückt, was mich um 5 Jahre hat altern lassen; dabei unzufrieden auf die fünf mickrigen Rosen schauend, die so verloren auf der Torte lagen, zusammen mit den Ringen, gefiel mir überhaupt nicht
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drei Torten todesmutig auf ihre Platten bugsiert, mit schweissnasser Stirn vor lauter Angst, dass am Ende doch noch etwas passiert und unterstützt vom Ehemann, der noch nachts um 3.00 Uhr am Spülbecken stand (überhaupt diese Spülerei - grauslich)
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Bögen aus Fondant hergestellt und an die Ränder geklebt (was eine unglaublich langwierige Sache ist)
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Punkte aus Icing gespritzt
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Perlchen aufgeklebt ...
Ach, ich weiß nicht, was noch alles, es war jedenfalls ein Lauf gegen die Zeit und als die Torte endlich, endlich fertig war, da kam mir das alles vor wie ein Traum. Ich habe dann erst mal ein bissi geweint und danach drei Stunden geschlafen.
Die untere Etage gefiel mir nach dem Aufwachen immer noch nicht. Bis ich auf die Idee kam, zu den Rosenknospen einfach noch vier größere Rosen zu gesellen.
Das war's - mir fiel eine Zentnerlast von der Seele. Ich war
!!! FERTIG !!!
Um 22.00 Uhr wurden die Torten und ich von zwei netten Damen ins ungefähr 20 km entfernte Butzbach kutschiert. Die Torte bei Dunkelheit zum Ort der Feier zu bringen, das war mir dann doch zu heikel.
Ich baute die Torte in einem Nebenraum auf, hatte nochmal Herzklabastern, als ich sah, wie sie in den Saal transportiert wurde
und als der Tisch dann endlich stand,
die Torte heil angekommen war
und das strahlende Brautpaar das Messer nahm und die Torteanschnitt, da war ich mächtig stolz und glücklich. Ist das nicht ein schönes Paar?
Das war endlich der letzte Teil der Ereignisse. Der nächste Eintrag wird herzhaft, das verspreche ich nicht nur Claus.
die story amfürsisch:
Hochzeitstorte (1): Da ist datt Ding
Hochzeitstorte (2): Wieso macht Schnuppschnüss sowas?
Hochzeitstorte (3): Backwahn im Anmarsch
Hochzeitstorte (4): Herzhaftes am Polterabend
Hochzeitstorte (5): Cake Test Dummies
Hochzeitstorte (6/1): Schichtkuchen
Hochzeitstorte (6/2): Ganache, hell
Hochzeitstorte (6/3): Ganache, dunkel






