Hatte ich in einem der letzten Postings eigentlich schon erwähnt, dass ich einen riesigen Bammel vor der Hochzeitstorte hatte? Nein? Dachte ich mir.
Jedenfalls hatte ich einen so riesigen Bammel, dass die Torte(n) misslingen könnten, dass ich mir drei Styropor-Torten-Dummies in der Größe der zu backenden Torten bestellt habe, um sie ungefähr so zu dekorieren wie das endgültige Backwerk.
Oh nee. Datt Ding machte mich feddisch.
Eine paar Tage zuvor hatte ich schon drei runde Holzplatten, die der Brautvater hergestellt hatte, mit Fondant bezogen. Das habe ich mit einem Rollstab gemustert. Der Rand der Platte wurde mit Satinband verdeckt. Dabei fiel mir auf, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, Dekostecknadeln in Holz zu stechen. Aber Fotoklebeetiketten halten Satinbändchen auch.
Samtags habe ich angefangen die Dummies zu beziehen. Das bedeutete Fondant herstellen, Icing herstellen, Blümchen herstellen, Fondant für die braune, mittlere Torte ausprobieren. Das Braun meiner Wahl war unmöglich und sah einfach grauenhaft aus. Alles wieder runter vom Dummy und neu machen. Schokobraun und Teddybraun gemischt war da schon viel besser.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Zum ersten bei Monika, einem großem Vorbild mit ihrem wunderbaren Blog "Meine bunte Tortenwelt und mehr..." Ich weiß nicht, wie oft ich mir hier Rat und Anleitung geholt habe. Ich habe den Fondant nach ihrem Rezept hergestellt, die Blütenpaste, das Icing, einen Schokokuchen, einen Eierlikörkuchen, diverse Tricks und Tipps konnte ich nutzen - ach, ohne Monika hätte ich das nie hinbekommen. Und Blüten kann sie machen, da klappt mir jedesmal die Kinnlade runter. Und diese Torten, so akkurat, sie ist wirklich eine große Künstlerin.
Ein weiterer Quell permanenter Inspiration ist die Seite "Torten-Talk", eine Community, die sich dem Austausch über Tortendekoration und Zuckerkunst verschrieben hat, mit lieben und hilfsbereiten Teilnehmern, die immer da sind, wenn man Rat benötigt. Und tolle Köstlichkeiten gibt es dort... So habe ich die Rezepte für eine Himbeerganache, die Pina-Colada-Torte und die umwerfende Oma-Buchholtz-Torte von dieser Seite. Und die Erlaubnis, dass ich die Rezepte posten darf, und ihr dürft euch schon einmal die Lippen lecken.
Weiter mit den Dummies:
Kein Problem machte die obere Torte (20 cm Durchmesser)...
...mit champagnerfarbenem Fondant beziehen. Blümchen malerisch verstreuen, Bögen und Blümchen an Rand, Brautpaar oben drauf, ein paar Zuckerperlen drapieren. Fertig.
Wobei Bögen am Rand... das war eine sehr lehrreiche Erfahrung. Ich habe innerhalb von vier Stunden, in denen ich verzweifelt versucht habe, per Spritzbeutel und Zuckerguss ordentliche Bögen zu spritzen, lernen müssen, dass ich das nicht kann. Um 0.30 Uhr am Dienstagmorgen habe ich aufgegeben. Und wieder einmal wurde ein nicht vorhandener Plan B benötigt. Ich habe dann die Bögen aus Fondant mittels einer Art Spritzpistole zunächst als Strang vorbereitet, zurechtgeschnitten und per Zuckerkleber auf die Torte geklebt. Was eine Wahnsinnsarbeit ist, weil man genau messen muss, damit die Bögen schön einmal rundherum passen.
Die untere Etage (30 cm Durchmesser) war auch heikel. Den Rand habe ich nicht geschafft zu dekorieren und der Schriftzug mit den Namen des Brautpaares und das Datum... grauslich. Ich legte nach dem Bögen-Fiasko wieder los, mit neuem Mut, bewaffnet mit Spritzbeutel, Icing und Plastikbuchstaben, die man sanft in den Fondant drückt, um dann diesen Schriftzug mit Zuckerguss nachzuspritzen. Eigentlich hatte ich ja gelernt, dass ich das nicht kann - das mit Spritzbeutel und Icing. Und das mit den Buchstaben kann ich auch nicht. Die lassen sich nämlich nicht in getrockneten Fondant drücken. Na ja, eigentlich schon, nur dann bricht der Fondant. Merke: Buchstaben immer in frischen Fondant drücken. Diese Spritzerei hat mich um Jahre altern lassen. Es sah doof aus, es war krakelig, das Datum zu nah an den Namen, aaaaahhhhh!!!! Mir wurde flau.
Gut gelungen waren die Trauringe. Die vier Rosen hingegen sahen irgendwie verloren aus. Gefiel mir auch nicht so richtig.
Überhaupt nicht gelungen war die mittlere, braune Torte. Wobei mich die Kombination von zwei hellen und einer braunen Torte sehr ansprach, gefiel mir total gut. Aber die Deko.
Die Braut fand dafür den passenden Ausdruck: "Massiv." Ja, genau das war das Wort, nach dem ich gesucht hatte. Das passte alles irgendwie nicht. Die komischen Sternchen. Das fette Band drumherum. Hmpf. Schön fand ich dieses Rosenbukett, aber die Blütenblätter wiederum.. nochmal hmpf.
Dienstag kam Eva, um sich ein erstes Bild von der Torte zu machen. Sie meinte, dass das Brautpaar so verloren auf der oberen Etage stehe. Ob man etwas Braunes unter das Paar machen könne. Und vielleicht Bögen an allen Rändern.
Das kam mir sehr entgegen, denn die einzelnen Torten bekamen so eine Verbindung durch den gemeinsam gemusterten Tortenrand. Was ich mit dem Brautpaar machen würde, war mir noch nicht klar, da hatte ich noch keine Idee. War ja noch viiiieeel Zeit, war ja erst Dienstag.
Hochzeitstorte (1): Da ist datt Ding
Hochzeitstorte (2): Warum macht Schnuppschnüss sowas?
Hochzeitstorte (3): Backwahn im Anmarsch
Hochzeitstorte (4): Herzhaftes am Polterabend






