Also, das war so:
Die Doris ist eine Nachbarin. Der Gerhard (ich sach jetzt mal Gerhard, obwohl wir uns siezen) ist ihr Mann. Die Beiden wohnen gegenüber, da, wo der schöne Kirschbaum steht. Ihr wisst schon, der, den man sieht, wenn man aus dem Küchenfenster schaut.
Doris und Gerhard haben zwei Töchter und von einer, der Eva-Maria, hörte ich, dass sie bald den Joachim heiraten wird. Das freute mich, denn den Joachim (ich sag jetzt mal Joachim, obwohl wir uns siezen) kenne ich auch. Der hat bei uns im weitläufigen Anwesen schon Bäume geschnitten und mich über Johannisbeeren aufgeklärt. Der kann das, der ist Ingenieur. Und echt nett.
Ich freute mich also über die Nachricht, dass die Beiden heiraten und Doris, die mich darüber informierte, lud mich und Norbert (das ist mein Mann - den duze ich) auch zum Polterabend ein. So weit, so gut.
Kurz vor unserem Urlaub in Österreich
klingelt es an der Tür und dort steht Doris. In der Hand eine Einladung zum Polterabend und im Gepäck ein maximales Problem. Die Hochzeitstorte. Die sollte eigentlich von Jemandem hergestellt werden, der aber am Hochzeitstag aus überaus verständlichen Gründen verhindert sein wird. Nun ist sechs Wochen vor dem Termin nicht wirklich klar, woher die Torte kommen soll.
Ich höre Doris sagen, dass ihr Mann zur Not die Torte backen will, aber doch eigentlich gar keine Zeit dafür vorhanden sei, die Vorbereitungen seien umfangreich und ich höre eine andere Stimme, die sagt:
"Soll ich euch die Torte backen?"
Ich schaue nach rechts, ich schaue nach links, ich schaue zurück und auch nach vorne. Ich sehe nur Doris und mich, also gehe ich davon aus, dass ich diesen Satz gesprochen haben muss. Und irgendwie habe ich das auch so gemeint. Ich backe ja gerne.
Also werden Bücher mit Hochzeitstorten, Motivtorten, Mustern und was weiß ich noch alles herausgesucht, Doris in den Arm gedrückt, als Anschauungsmaterial für die Braut und den Bräutigam.
Gleich nach dem Urlaub wollen wir uns treffen und unser weiteres Vorgehen besprechen. Wie soll die Torte aussehen? Wieviel Etagen? Wie gefüllt? Welche Farbe? Wieviel Personen kommen? Ach ja...Peanuts.
Wir fuhren dann erst mal nach Pichl in die schöne Steiermark und ich hatte nicht den Funken einer Ahnung, was ich da angerichtet hatte.
Hochzeit (3) in Kürze, gell? Und bitte betrachtet bis dahin ausgiebig das Buch mit dem schwarz-gelben Buchrücken und der schwarz-weißen Schrift...
Und damit auch Niemand was verpasst: Hochzeit (1): Da ist datt Ding
Hier geht es weiter: Hochzeit (3): Backwahn im Anmarsch








