Sooo, nun habt ihr lange genug Zeit gehabt, euch mit dem kleinen Video der Familie Becker zu beschäftigen. Deshalb schreiben wir heute einen unangemeldeten Test. Er besteht aus einer Frage:
Nach der Definition welcher Charaktereigenschaft sucht Stefan?
Wer die Frage beantworten kann, darf in die Küche gehen und kochen, was er möchte.
Die Anderen lauschen jetzt MUCKSMÄUSCHENSTLL meinen Ausführungen und essen danach Kuchen. Rotkohlkuchen, jaaa, Strafe muss sein.
Kon-se-quenz
Eine Definition dieser Eigenschaft benötigt nicht, wer mich kennt. Ich bin ein Ausbund an Konsequenz, Konsequenz ist mein zweiter Vorname, gäbe es kein Wort für diese Eigenschaft, sie würde "Schnuppschnüss" heißen. Zur Untermauerung steuere ich eine kurze Sequenz bei, wie ich in Herrn Paulsens Blog über den Unsinn der neumodischen Schokoladen schwadroniere:
So eine schöne Vollmilch-Krokant oder Nougat findet sich bei mir an der Spitze der Schokoladen-Pyramide, weiter unten suhlen sich Vollmilch, Mokka, weiße Schokolade und das war’s dann auch schon mit der Experimentierfreudigkeit.
Genau! Geht fott mit dem neumodischen Kram. Weiche von mir, Innovation. Bleibe beim mir, Alltagstrott. Grünkohlbrot? Schoko-Linsen-Streusel? Grünkohlbrot? Pah!
Konsequenz ist mein Motto. Immer bin ich die Erste, wenn es um die Teilnahme an Blogevents geht. Konsequent in der Veröffentlichung von Blogeinträgen, denn Tag für Tag werden die lieben Leser mit leckeren Häppchen gefüttert. Mein Haushalt glänzt und blitzt, da kenne ich nichts. Grundsätzlich steht erst die Arbeit an und dann das Vergnügen. Treu und brav koche und backe ich Altbewährtes, Neuerungen sind mir suspekt.
Und konsequent wie ich bin, kaufe ich natürlich auch kein Buch von Annik Wecker. Irgendwann habe ich mich mal darüber ausgelassen, dass ich aus einem bestimmten Grund, der nichts mit Frau Wecker selbst zu tun hat, das Buch nicht kaufen kann.
Andererseits war der Einband so schön. Rosa Buchrücken! Unpraktisch für den Gebrauch in der Küche, aber meine Farbberaterin rät mir zu dieser Farbe und wenn die Beraterin das sagt... Das Buch gelangte also wie von Zauberhand in meinen Haushalt.
JEDES Kochbuch wird sofort ausprobiert - grundsätzlich. So auch eben dieses. Und ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat. Es gibt doch so schöne Rezepte in dem Buch. Und was suche ich mir aus, entgegen jeder Konsequenz, die mich ansonsten prägt? Apfel- Rotkohl-Walnuss-Kuchen. Und das mir.
Nun ist es ja so, dass ich gerne Walnüsse esse. Ebenso Kuchen. Und auch Rotkohl. Mit Sauerbraten und Spätzle oder Klößen. Als Zutat im Kuchen? Tja, da war ich doch neugierig.
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Apfel-Rotkohl-Kranz mit Walnüssen (M) |
| Kategorien: | Rührkuchen, Rotkohl, Annik Wecker |
| Menge: | 1 Kranzform mit 26cm Durchmesser |
Zutaten
| H | FÜR DEN TEIG | ||
| 1 | Glas | Apfelrotkohl (Abtropfgewicht 335 g) | |
| 350 | Gramm | Äpfel, säuerlich | |
| 1 | Essl. | Zitronensaft | |
| 150 | Gramm | Walnusskerne | |
| 200 | Gramm | Mehl | |
| 2 | Teel. | Natron | |
| 1 | Prise | Salz | |
| 2 | Teel. | Zimt, gemahlen | |
| 1 | Messersp. | Muskatnuss, gerieben | |
| 1/2 | Teel. | Vanille, gemahlen | |
| 240 | Gramm | Zucker | |
| 3 | Eier | ||
| 200 | ml | Walnussöl | |
| H | FÜR DIE CREME | ||
| 400 | Gramm | Doppelrahmfrischkäse | |
| 150 | Gramm | Puderzucker | |
| 100 | Gramm | Butter, sehr weich | |
| 1 | Essl. | Zitronensaft | |
| Butter und Mehl für die Form | |||
Quelle
| Rezept modifiziert. | |
| Original: Annik Wecker, "Anniks göttliche Kuchen" | |
| ISBN 978-3-8310-1278-7 |
| Erfasst *RK* 01.03.2010 von | |
| Jutta Hanke |
Zubereitung
Den Rotkohl auf einem Sieb gut abtropfen lassen. Die Äpfel schälen, würfeln und mit Zitronensaft beträufeln. Die Walnusskerne grob hacken. Manzfred auf 160° C vorheizen.
Mehl, Natron, Salz, Zimt, Muskat und Vanille mischen und in eine Schüssel sieben. In einer anderen Schüssel Zucker, Eier und Öl mit dem Schneebesen verrühren. Die Mehlmischung vorsichtig einarbeiten. Apfelwürfel, Nüsse und Rotkohl unterheben.
Den recht flüssigen Teig in eine gut schließende, gefettete und bemehlte Form geben und 60 Minuten backen. Backen herkömmlich: 150° C HL, mittlere Schiene, 60 Minuten. Stäbchenprobe nicht vergessen.
Den Kranz eine halbe Stunde in der Form abkühlen lassen und auf eine Kuchenplatte stürzen. Vollständig auskühlen lassen.
Für die Creme alle Zutaten mit dem Handmixer verrühren. Dabei ist es wichtig, dass alle Zutaten die gleiche Temperatur haben und die Butter weich ist. Creme auf dem Kranz verteilen.
Anmerkungen, Jutta: Creme weggelassen. Kuchen ist interessant, essbar und sehr saftig. Hält sich sehr lange. Er wird aber kein Lieblingskuchen werden. Den Rotkohl schmeckt man nur heraus, wenn man es weiß. Aber beim Öffnen des Kuchencontainers riecht es schon ziemlich deutlich und muffig nach Kohl. Das gefällt mir nicht. Als Gag für eine Feier würde ich ihn jedoch nochmals zubereiten.
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Ich mache es kurz, damit die weniger pfiffigen Schüler schnell an ihr versprochenes Stück kommen: Kann man essen, muss man aber nicht.
Frau Wecker hat recht. Wenn man es nicht weiß, dann kommt man nicht drauf, was in dem Kuchen steckt. Der Kuchen ist saftig, er schmeckt nicht schlecht, er ist gut aufzubewahren und nach Tagen noch frisch. Störend ist der muffige Kohlgeruch, der dem Tortencontainer entströmt, sobald man den Deckel öffnet.
Schülern und Partygästen kann er aber getrost vorgesetzt werden und ist für einen Gag unbedingt geeignet. Für den Hausgebrauch würde ich von einer neuerlichen Zubereitung jedoch absehen. Grundsätzlich. Da bin ich konsequent.
Ach so, um es nicht zu übertreiben, habe ich das Topping (schon wieder sowas Neumodisches) - ich habe also die Auflage, den Guss, den Frischkäse-Aufstrich weggelassen.






