Nordafrika, gleich gegenüber von Spanien. Nur durch die Straße von Gibraltar getrennt. Dort liegt Marokko, ein wunderbares Land mit beeindruckenden Landschaften, gastfreundlichen Menschen und schmackhaftem Essen.
Die Tanjia ist ein Gericht, das in der Königsstadt Marrakech serviert wird. Hier befindet sich das Handels-und Handwerkszentrum von Marokkos Süden. Die Medina mit ihren 129 Moscheen wurde 1985 zum Weltkulturerbe erkoren. Ein Spaziergang durch die engen Gassen ist ein einmaliges Erlebnis
und abends, wenn die Lichter angehen, folgt man dem Ruf der Trommeln und landet in Sichtweite der Koutoubia-Moschee
auf dem Jemaa el Fna, einem Platz, wie er wohl einmalig auf der Welt ist. Tagsüber beinahe verwaist,
mausert er sich abends zu einem riesigen Jahrmarkt auf dem ehemaligen Hinrichtungsplatz,
wo Gaukler, Schlangenbeschwörer,
Akrobaten und Musikanten ihre Künste vollführen. Unzählige Buden mit Ess- und Trinkbarem,
davon alleine 62 Orangensaft- und Trockenfruchtstände, haben dort ihren Platz ebenso wie Frauen, die Hennamalerei anbieten,
sowie Wunderheiler, Wahrsager und Glücksspieler.
Faszinierend sind die Erzähler und Spaßmacher. Eine riesige Menschenmenge hängt atemlos an den Lippen eines Geschichtenerzählers oder lacht über die Scherze der Komödianten.
Ich habe kein Wort verstanden, aber zuzuschauen war trotzdem ein tolles Erlebnis. Zu sehen, wie selbstvergessen die Männer (nur Männer!) dort zuhören und ganz kindlich agieren, hat mich sehr berührt.
Auch der Duft, der den Platz erfüllt, das Brodeln in Kesseln und Töpfen, die ungewöhnlichen Genüsse wie Schnecken, Innereien oder Pastilla (die wir mit Taubenfleisch gegessen haben) lassen das Wasser im Mund zusammen laufen und tragen zum orientalischen Flair bei.
Überall sind Lichter und Lampen entzündet und die Darbietungen erstrecken sich bis tief in die Nacht.
Der Platz ist umrahmt von Häusern mit Balkons, unter anderem auch mit Cafés,
von deren Dachterrassen man das bunte Treiben beobachten kann. Man trinkt einen Thé à la menthe, nimmt alles in sich auf und meint doch, zu träumen.
Und hier wird auch Tanjia zubereitet. Früher schwitzten die Männer im Dampfbad und nutzten den Ofen, der den Dampf erzeugte, um in Tontöpfen die Tanjia zuzubereiten. Nach dem Besuch des Hammams konnte gleich gegessen werden - wie praktisch.
Praktisch für mich bei diesem Gericht war die Tatsache, dass ich endlich die Salzzitronen verwenden konnte, die seit März im Kühlschrank vor sich hindümpeln.
Sie waren einwandfrei und ich bin schlags begeistert.
Die Tanjia kann man gut vorbereiten und gart über Stunden bei Niedrigtemperatur vor sich hin. Wir haben dazu Kartoffeln und Salat gegessen. Aber Couscous wäre natürlich auch eine gute Möglichkeit.
Sehr lecker!
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Tanjia (M) |
| Kategorien: | Marokko, Lamm, Eintopf |
| Menge: | 3 Portionen |
Zutaten
| 1 | kg | Lammfleisch aus der Haxe | |
| 3 | Schalotten | ||
| 7 | Knoblauchzehen | ||
| 1 | Salzzitrone | ||
| 1/2 | Bund | Petersilie, glatt | |
| 50 | Gramm | Butterschmalz | |
| 1/2 | Teel. | Schwarzkümmel (Nigella sativa) | |
| 4 | Safranfäden |
Quelle
| Rezept modifiziert. | |
| Original: G+U "Marokko" | |
| ISBN: 978-3-7742-8855-3 |
| Erfasst *RK* 22.08.2008 von | |
| Jutta Hanke |
Zubereitung
Lammfleisch in gulaschgroße Stücke schneiden.
Schalotten und Knoblauch schälen. Schalotten halbieren und in Streifen schneiden. Die Salzzitrone schälen, das Fruchtfleisch von den Scheidewänden befreien und klein würfeln. Petersilie waschen, trocken und hacken.
Manz mit Gitterrost auf 80°C vorheizen.
Butterschmalz in einem Schmortopf zerlassen (am besten Gusseisen oder eine Tajine-Form) und die Fleischstücke bei starker Hitze portionsweise anbraten. Schalotten und gepressten Knoblauch zufügen, kurz mitschmoren. Zitrone, Petersilie, Schwarzkümmel und Safran zufügen.
Mit 1/4 l Wasser auffüllen, alles aufkochen lassen. Topf in den Manz setzen und drei Stunden langsam vor sich hingaren lassen. Eventuell Sauce ein wenig einkochen lassen.
Mit Petersilie garnieren.
Als Beilage empfehlen sich Salzkartoffeln oder Couscous und Salat.
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Eigentlich wollte ich ein Rezept aus Ghana kochen, das mir eine liebe Bekannte zur Verfügung gestellt hat, die für ihre Doktorarbeit in Afrika forscht. Das Rezept ist quasi aus erster Hand. Leider habe ich nicht geschafft, in die Kleinmarkthalle nach Frankfurt zu fahren, um die Zutaten zu besorgen. Aber das werde ich bald nachholen, denn das ghanaische (heißt das so?) Gericht liest sich riesig - Danke J.!

























